Pflegeheim · stationäre Pflege

Pflegeheim Schweiz,
ohne Mythen.

Wann ein Pflegeheim die richtige Lösung ist, was es wirklich kostet, wie sich die Finanzierung zwischen Krankenkasse, Kanton, Selbstanteil und Ergänzungsleistungen verteilt · und wann Spitex oder 24h-Betreuung zuhause sinnvoller bleibt.

Pension CHF 4 500–9 000Selbstanteil max. CHF 23/TagEL möglich
Verifiziert am 14. Mai 2026
Wohnzimmer einer Schweizer Pflegeeinrichtung mit hellem Fenster, Sessel und kleinem Bücherregal · ruhig und alltagsnah
Wohnsituation in einer typischen Schweizer Pflegeeinrichtung · ruhig, hell, alltagsnah.
Definition

Was ein Pflegeheim ist · und was es nicht ist.

Ein Pflegeheim (oder Alters- und Pflegezentrum) ist eine stationäre Einrichtung, in der pflegebedürftige Personen dauerhaft oder vorübergehend leben. Es bietet rund um die Uhr Betreuung, medizinische Pflege, Verpflegung, Hotellerie und soziale Begleitung. Wichtig zur Abgrenzung:

  • Altersheim · weniger pflegerisch, mehr betreutes Wohnen für Selbständige
  • Pflegewohnung / Wohngruppe · kleinere Einheit, meist 8 bis 15 Plätze, oft demenzspezifisch
  • Tages- und Nachtklinik · stundenweise oder tageweise Betreuung, die Person wohnt weiterhin zuhause
  • Akut- und Übergangspflege · zeitlich begrenzter Aufenthalt nach einem Spitalaufenthalt
Kosten

Brutto-Richtwerte nach Pflegestufe.

Die Bruttokosten variieren stark nach Pflegestufe (BESA oder RAI), Heim-Trägerschaft, Zimmertyp und Kanton. Die folgenden Richtwerte decken die Gesamtkosten ab (Pflege plus Pension), bevor Krankenkasse, Kanton und allfällige Ergänzungsleistungen gegenrechnen.

PflegestufeBeschreibungBrutto / Monat
Pflegestufe 0–2Wenig Pflegebedarf, primär Betreuung und HauswirtschaftCHF 6 500 – 8 500
Pflegestufe 3–6Mittlerer Pflegebedarf, regelmässige BehandlungspflegeCHF 8 500 – 11 500
Pflegestufe 7–12Hoher bis schwerer Pflegebedarf, ggf. DemenzbetreuungCHF 11 500 – 15 000

Zahlen sind Marktrichtwerte über mehrere Kantone hinweg. Konkrete Tarife im Wunschheim immer schriftlich anfragen, idealerweise aufgeschlüsselt in Pflege-Tagespauschale, Pension, Zusatzleistungen.

Finanzierungsfluss

Wer was bezahlt · die fünf Schichten.

Die Heimkosten setzen sich aus mehreren Quellen zusammen. Wer den Fluss versteht, kann den eigenen Nettoaufwand realistisch abschätzen.

Krankenkasse (KVG)
KVG Art. 25a, Bundes-Pflegetaxen 2026
deckt die Pflegeleistungen
Kantonale Restfinanzierung
Kantonale Pflegeverordnungen
deckt den Pflege-Rest, je Kanton verschieden
Selbstanteil Pflege (gesetzlicher Maximalbetrag)
KVG-Verordnung, ab 2024 angepasst
max. CHF 23.00 pro Tag · CHF 700 pro Monat
Hotellerie / Pension (selbst zu zahlen)
Heim-Tagesansatz × Belegungstage
CHF 4 500 – 9 000 pro Monat
Hilflosenentschädigung
AHV-Hilflosenentschädigung
CHF 1 230 (mittel) bis 2 460 (schwer) jährlich · halbiert im Heim
Trägerschaften

Drei Heim-Modelle · jedes mit eigenem Profil.

Gemeinde- oder kantonale Trägerschaft

Öffentliche Heime

Stärke
Stabile Tarife, demokratische Kontrolle, oft Vorrang für Wohngemeinde
Achtung
Aufnahmekriterien können Aussenstehende limitieren, weniger Wahlfreiheit bei Zimmer-Ausstattung
Stiftungen, kirchliche Träger, CURAVIVA-Mitglieder

Gemeinnützige Heime

Stärke
Reinvestition statt Dividenden, oft starkes Care-Konzept, transparente Kostenstruktur
Achtung
Wartelisten in städtischen Regionen, weniger Hotellerie-Premium
Tertianum, Senevita, Domicil und andere Ketten

Private kommerzielle Heime

Stärke
Höherer Hotellerie-Standard, schnellere Aufnahme, breite Standortauswahl
Achtung
Höhere Pensions-Sätze, Gewinnerwartung beeinflusst Personalbudget · Stellenschlüssel prüfen
Bekannte Schweizer Anbieter und Verbände
  • Tertianum (über 70 Häuser, premium-Segment)
  • Senevita (rund 30 Häuser, Mittelklasse)
  • Domicil (vor allem Region Bern)
  • CURAVIVA (Verband von rund 1 500 gemeinnützigen Häusern)
  • Pro Senectute (gemeinnützig, vor allem Tagesstrukturen)

Individuelle Heim-Profile sind aktuell nicht Teil dieses Portals. Wir verlinken bei Bedarf auf die offiziellen Verbands-Verzeichnisse und die jeweiligen Anbieter.

Entscheidungs-Logik

Pflegeheim, Spitex oder 24h-Betreuung?

Es gibt keine universell richtige Antwort. Die folgende Logik hilft bei einer ersten Einschätzung.

  • Pflegeheim sinnvoll, wenn: hoher pflegerischer Bedarf, fortgeschrittene Demenz mit Weglauftendenz, fehlende familiäre Ressourcen, kein geeignetes Wohnumfeld zuhause, Wunsch nach komplettem operativen Entlastung der Angehörigen.
  • 24h-Betreuung zuhause sinnvoll, wenn: Wohnung vorhanden und altersgerecht, Pflegebedarf mittel bis hoch, Wunsch nach Verbleib in vertrauter Umgebung, Familie kann das Care-Management koordinieren. Mehr.
  • Spitex und Angehörigenpflege sinnvoll, wenn: tiefer bis mittlerer Pflegebedarf, Familie als Pflegekraft verfügbar, Kombination mit Tagesstrukturen oder Ferienbetten möglich. Anbieter ansehen.
Häufige Fragen

Häufige Fragen.

Was kostet ein Pflegeheim in der Schweiz pro Monat netto?
Der Selbstanteil hängt stark vom Vermögen ab. Mit Vermögen unter rund CHF 100 000 und kleinem Renteneinkommen kommen über Ergänzungsleistungen (EL) typischerweise CHF 0 bis 2 000 monatlich aus dem eigenen Vermögen. Ohne EL-Anspruch (höheres Vermögen, höhere Renten) zahlt man je nach Heim und Kanton CHF 3 500 bis 8 000 pro Monat aus eigener Tasche.
Wann ist ein Pflegeheim günstiger als 24h-Betreuung zuhause?
Bei hohem Pflegebedarf und ohne Wohneigentum: ja, häufig. Bei tiefer Pflegestufe und vorhandenem Wohneigentum bleibt Pflege zuhause meist günstiger. Eine 24h-Betreuung kostet brutto CHF 5 800 bis 11 800 pro Monat (Selbstanstellung versus Agentur). Ein Pflegeheim kostet brutto rund CHF 8 000 bis 15 000, deckt aber alle medizinischen Leistungen ab und entlastet die Familie operativ vollständig.
Wer übernimmt welche Kosten?
Die Krankenkasse deckt den pflegerischen Anteil nach KVG. Der Kanton ergänzt den Pflegeanteil über die Restfinanzierung. Der Pflegeselbstanteil (max. CHF 23 pro Tag) bezahlt die pflegebedürftige Person. Hotellerie und Pension (Unterkunft, Verpflegung, Wäsche) bezahlt die Person komplett selbst aus Rente, Vermögen oder über Ergänzungsleistungen, falls anspruchsberechtigt.
Was sind Ergänzungsleistungen und wann bekommt man sie?
Ergänzungsleistungen (EL) sind eine bundesrechtliche Leistung für AHV- und IV-Rentnerinnen mit zu geringem Einkommen und Vermögen. Im Heim wird der ungedeckte Pension-Anteil oft durch EL gedeckt. Voraussetzung: anrechenbares Vermögen unter rund CHF 100 000 (Einzelperson) bzw. CHF 200 000 (Ehepaar), Wohneigentum mit Freibetrag bis CHF 300 000. Antrag über die kantonale Ausgleichskasse.
Was ist der Unterschied zwischen öffentlichem, gemeinnützigem und privatem Pflegeheim?
Öffentliche Heime werden von der Gemeinde oder vom Kanton geführt, oft mit Vorrang für Einheimische. Gemeinnützige Heime (Stiftungen, kirchliche Träger, CURAVIVA-Mitglieder) reinvestieren Gewinne. Private Heime sind kommerziell, oft mit höherer Hotellerie-Qualität, aber auch höheren Pensions-Sätzen. Pflegeleistungen sind in allen Heimen über KVG geregelt, die Hotellerie variiert stark.
Wie lange ist die Wartezeit für ein Pflegeheim in der Schweiz?
Sehr regional unterschiedlich. In städtischen Zentren mit hoher Nachfrage (Zürich, Genf, Lausanne) sind Wartezeiten von 3 bis 12 Monaten üblich, teils länger. Auf dem Land sind Plätze meist schneller verfügbar. Bei akuter Notlage (Spitalentlassung, plötzliche Pflegebedürftigkeit) helfen Sozialdienste der Spitäler beim Kurzaufenthalts-Heim als Übergangslösung.
Kann man den Pflegeheim-Eintritt steuerlich absetzen?
Ja, in den meisten Kantonen sind die Pflegekosten (nicht die Pension) als ausserordentliche Krankheitskosten in der Steuererklärung abziehbar, sofern sie einen Mindestbetrag (meist 5% des Reineinkommens) überschreiten. Belege sammeln und mit der Steuererklärung einreichen.
Verifiziert am 15. November 2025. Heim-Tarife und kantonale Pflegestufen-Bewertungen können sich ändern; bei konkreter Aufnahmeplanung empfehlen wir die direkte schriftliche Tarif-Auskunft des Wunschheims sowie das Beratungsangebot von Pro Senectute. Dies ist keine Rechts- oder Steuerberatung.